Warburg (red). Darf der Staat zur Terrorabwehr töten? Diese Frage treibt Ferdinand von Schirach in seinem Stück „Terror“ um. Es wird am Dienstag, 16. April, um 20 Uhr im Pädagogischen Zentrum in Warburg aufgeführt. Darum geht es: Major Lars Koch, Kampfjetpilot der Bundeswehr, steht vor Gericht. Angeklagt ist er des 164-fachen Mordes. Was ist passiert? Am 26. Mai 2013 erhält Koch den Befehl, einen vollbesetzten, von Terroristen gekaperten Airbus vom Kurs abzudrängen, was ohne Erfolg bleibt. Ziel der Terroristen ist es, den Airbus in die ausverkaufte Münchner Allianz-Arena stürzen zu lassen, in der 70.000 Zuschauer einem Länderspiel entgegen fiebern. Lars Koch entscheidet eigenmächtig, das Passagierflugzeug abzuschießen, um die Fußball-Fans zu retten. Alle 164 Airbus-Insassen sterben. Ist Koch schuldig, weil er 164 Menschen zum Objekt gemacht hat und damit deren Rechte und Menschenwürde verletzte? Das Stück „Terror“ beinhaltet die Gerichtsverhandlung gegen Lars Koch. Der Clou des Stücks besteht darin, dass die Zuschauer die Schöffen sind und während der Pause nach bestem Wissen und Gewissen urteilen: schuldig oder unschuldig. Ferdinand von Schirach gelingt es, die Zuschauer durch seinen suggestiven Gerichts-Thriller gleichzeitig zu emotionalisieren und zum Nachdenken darüber zu bringen, wie sie in einem ähnlichen moralischen Dilemma entschieden hätten. Seit seiner Uraufführung 2015 dürfte „Terror“ das am meisten gespielte Stück deutschlandweit sein. Und auch weltweit war es zu sehen: natürlich in nahezu jedem europäischen Land, aber auch z.B. in Israel, China, Japan, Australien, Mexiko, Südafrika, Marokko oder den USA. Das Stück erlebte dabei mehr als 2.300 Aufführungen, mit mehr als 500.000 Zuschauern. Karten sind ab sofort im Informations- und Servicepavillon der Hansestadt Warburg auf dem Neustädter Marktplatz erhältlich.