Dienstag, 23. April 2019 09:41 Uhr

„Dringender Handlungsbedarf nötig“

Zur angekündigten Schließung der Geburtshilfe am St. Elisabeth Krankenhaus in Volkmarsen äußern sich die Frauen-Union des Kreises Höxter und der FrauenRat NRW.

Volkmarsen (red). Zur gangekündigten Schließung der Geburtshilfe am St. Elisabeth Krankenhaus in Volkmarsen (wir berichteten) äußern sich die Frauen-Union des Kreises Höxter und der FrauenRat NRW. Sie plädieren gemeinsam für eine wohnortnahe und verlässliche Geburtshilfe in der ländlichen Region - und schreiben in einer Stellungnahme: „Seit 2015 wurden deutschlandweit 50 Kreissäle geschlossen. In unserer Region waren das Bad Arolsen, Marsberg, Warburg und jetzt auch noch Volkmarsen. Dabei ist das große Einzugsgebiet und die weite Anreise einiger werdender Mütter ein Indiz für die Beliebtheit der Volkmarser Kreißsäle. Doch sinkende Geburtenraten und die Beiträge der Haftpflichtversicherung für Entbindungsärzte und Hebammen zwingen die Klinik, laut eigener Aussage, zu diesem Schritt und führen dazu, dass werdende Mütter in Zukunft weitere Wege auf sich nehmen müssen, um in Geburtskliniken zu gelangen, die dann möglicherweise noch völlig überlast sind. Schließungen von Geburtsstationen in ländlichen Regionen haben für werdende Mütter ganz andere Konsequenzen als in Ballungszentren, wo andere Stationen auch schnell erreicht werden können. Hier sehen der FrauenRat NRW und der Kreisverband der Frauen-Union Höxter dringenden Handlungsbedarf von Politik, Klinikträgern, Leitungen und der Kassenärztlichen Vereinigung und möchten dies zum Anlass nehmen, den ungeborenen Kindern und deren Eltern, eine Stimme zu geben. Unsere Region kämpft auf der einen Seite um den Zuzug und Verbleib junger Familien - und auf der anderen Seite werden die Bestrebungen durch solche Missstände erschwert. Uns ist es nicht egal, wenn die ländlichen Regionen verwaisen. Auch für uns ist eine flächendeckende medizinische Versorgung wichtig. Gesundheit ist keine Ware und kann auch nicht kostendeckend berechnet werden. Wir fordern eine wohnortnahe, verlässliche und sichere Geburtshilfe und sehen hier eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an dessen Lösung sich alle Beteiligen müssen. Geburtshilfe darf und kann nicht vorherrschend unter wirtschaftlichen Aspekten betrieben werden. Der (Personal-)Aufwand für Geburten muss leistungsgerecht vergütet werden. Das Modell der Abrechnungspauschale muss überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Eine wohnortnahe Erreichbarkeit klinischer Versorgung durch Krankenhäuser oder Geburtshilfeeinrichtungen ist sicherzustellen. Zur Vor- und Nachsorge die Gewährleistung einer flächendeckenden Hebammenhilfe. Hierfür bedarf es einer ausreichenden finanziellen Absicherung der freiberuflichen Hebammen und die Beiträge der Haftpflichtversicherung für Hebammen müssen finanzierbar sein - etwa durch die Einführung eines Haftungsfonds. Notwendige Reformen dürfen nicht länger auf die lange Bank geschoben werden. Es muss jetzt gehandelt werden“, fordern die beiden Vereinigungen.

 

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