Höxter (TKu). Höxter war die bestbesuchte Landesgartenschau bundesweit, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im historischen Rathaus von Höxter, wo ein Besucher-Resümee gezogen und viele Zahlen präsentiert wurden. 622.430 Besucherinnen und Besucher kamen in die Kreisstadt zur Landesgartenschau, darunter auch sehr viele Kinder, wie es hieß. Damit sei die geschätzte Prognose von „Round about“ 400.000 um 56 Prozent übertroffen worden. Wenn man die 30.000 Akteure der Landesgartenschau noch mitzählen würde, so würde die Gesamtzahl der LGS-Besucher noch weitaus höher liegen, sagte die LGS-Geschäftsführerin Claudia Koch. Bürgermeister Hartmann sei besonders stolz auf das gesamte LGS-Team, ohne das dieses Großevent nicht möglich gewesen wäre, so Hartmann. Laut dem Bürgermeister wurden alle gesteckten Ziele ausnahmslos erreicht bzw. übertroffen. Das sei nur möglich gewesen, weil alle Akteure zusammengehalten hätten. LGS-Geschäftsführerin Claudia Koch sprach sogar von einem Ergebnis „zum Niederknien“. Mit 36.300 verkauften Dauerkarten wurden außerdem so viele Dauerkarten wie noch nie verkauft auf einer Landesgartenschau in NRW, so Koch.

Die Gesamtbilanz an Ein- und Ausgaben könne allerdings noch nicht präsentiert werden, da viele Kostenstellen noch gar nicht abgerechnet seien, sagte Bürgermeister Hartmann. Die LGS-Geschäftsführung zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Gartenschau finanziell mindestens mit einer schwarzen Null abschließen werde. Mit großen Fördermitteln seien insgesamt 56 Millionen Euro nachhaltig in die Infrastruktur der Stadt Höxter geflossen, wie Daniel Hartmann bekannt gab. Sechs Monate Landesgartenschau mit mehr als 1000 Veranstaltungen liegen hinter Höxter. Das Veranstaltungsprogramm sei jeder Großstadt ebenbürtig, erklärt Daniel Hartmann. Alleine die Abschlussveranstaltung „Höxter leuchtet“ zog 22.300 Besucherinnen und Besucher in den Weserbogen bei Corvey. „Es ist uns gelungen, eine enorme mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen und ein Millionenpublikum zu erreichen“, ist Geschäftsführerin Claudia Koch merklich stolz. Artikel zur LGS Höxter wurden im Durchschnitt pro Monat 600 Mal in Printmedien veröffentlicht, hat eine Auswertung von „Landau Media“ ergeben. Über die gesamte Laufzeit wurden darüber hinaus etwa 2.000 Meldungen in Online-Medien und 3.000 Social-Media-Posts generiert.

Etwa die Hälfte der Besucher kam zwar aus dem Kreis Höxter und den Nachbarkreisen Paderborn, Lippe und Holzminden. Viele reisten aber auch aus den entferntesten Ecken der Republik ins Weserbergland. Als besucherstärkster Tag ging der 30. April in die Statistik ein: An diesem Tag kurz nach der Eröffnung waren 8.404 Menschen auf der LGS. Insbesondere in den Monaten Mai und Juli herrschte Hochbetrieb in Höxter. „Volle Restaurants, reges Treiben in der Fußgängerzone - die Region wird von diesem Schub nachhaltig profitieren“, ist sich Geschäftsführer Jan Sommer sicher. Vor allem der Tourismus boomte: Die Hotellerie in Höxter war zum Beispiel während der Laufzeit der LGS komplett ausgebucht. Auch das Gruppenreisegeschäft lief ausgesprochen gut: Etwa 20.000 Menschen ließen sich meist in Bussen nach Höxter fahren, um die Blütenpracht zu bewundern. Weit über 1.000 Führungen über das Gelände wurden organisiert. Den „Gartenschau-Machern“ gelang es, eine Jüngere Klientel anzusprechen. So erkundeten 55.000 Kinder die großen, neuen Spielplätze. Bei Familien war die LGS In Höxter ein beliebtes Ausflugsziel. Viel los war auch im „Bunten Klassenzimmer NRW“; An 170 Kursen nahmen insgesamt 16.000 Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studierende teil. 18 Schulen nutzten den Lernort auf der Landesgartenschau.

Gut angenommen wurden auch die verschiedenen Shuttle-Angebote im 31 Hektar großen, weitläufigen Areal, das sich zwischen der historischen Fachwerkstadt, am Weserufer entlang bis zum Welterbe am Schloss Corvey erstreckt. Der kostenlose Pendelbus zwischen Corvey und der Innenstadt wurde rege genutzt. Etwa 49.000 Menschen nahmen den Dampfer der „Flotte Weser”, der als Schiffsshuttle auf dem Fluss verkehrte. Und der „Rasende Weserwurm“ transportierte bei seinen Rundfahrten mehr als 33.000 Menschen „Höxter hat sich in diesem Sommer ganz neu präsentiert. Wir waren gerne Gastgeber und unsere Stadt wird auch zukünftig ein attraktives Reiseziel bleiben”, verspricht Bürgermeister Daniel Hartmann. Die Stadt am beliebten Weserradweg will ihren Gartenschaupark zu 90 Prozent erhalten. Die Motivation war und ist noch immer groß unter den vielen Ehrenamtlern, lobte der LGS-Fördervereinsvorsitzende Thomas Schöning ebenfalls das gesamte Team, das sich für die LGS mächtig ins Zeug gelegt habe, so Schöning. Wie viele Ehrenamtliche insgesamt geholfen haben, das könne man gar nicht genau beziffern. Die Wertschätzung seitens der LGS-Geschäftsführung, des Bürgermeisters und des LGS-Fördervereinsvorsitzenden sei ihnen jedoch sicher, wie alle Beteiligten betonten.

Nun beginne der Rückbau der Messestände und zahlreicher Beete. Der Großteil des Landesgartenschau-Geländes soll erhalten bleiben, darunter auch der Remtergarten, der Naturgarten, die Weserscholle, das bunte Klassenzimmer, die Spielplätze, der Schöpfungsgarten, der Platz der Ortschaften mit der Murmelbahn und viele weitere Areale. Laut Claudia Koch sollen bis spätestens zum Jahresende alle öffentlichen Areale wieder betretbar sein. Lediglich der Remtergarten bleibt bis Ostern 2024 für die Öffentlichkeit geschlossen. „Wir arbeiten daran, die Wallanlagen und den Radweg schon eher wieder öffnen zu können“, meinte die LGS-Geschäftsführerin Claudia Koch. Bürgermeister Daniel Hartmann sprach abschließend von einem „grandiosen Wir-Gefühl“, das als Phänomen beispielsweise von den Olympischen Spielen bekannt ist. Die Landesgartenschau sei für Höxter ein regelrechter „Glücksfall gewesen“, so Hartmann.

Fotos: Thomas Kube