Warburg (red). „Sprache ist der Grundpfeiler für alles“, stellte Tobias Scherf, Bürgermeister der Stadt Warburg, klar. Arbeit und Einkommen seien daran anknüpfend essentiell für das Ankommen in der Gesellschaft. Beides zu verbinden, ist Ziel der neuen Deutschkurse am Bildungs-Institut für Pflegeberufe in Warburg-Rimbeck in Trägerschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW) – ein Verband, der sich seit Jahrzehnten für Bildung, Teilhabe und die Würde aller Menschen einsetzt. Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten die Beteiligten am 3. März das Projekt vor, das Sprachförderung und berufliche Perspektive konsequent zusammendenkt: „Sprachliche Orientierung für Alltag und Beruf".
Ab dem 9. März startet der zweite Kurs und bereitet Menschen mit Migrationsgeschichte gezielt auf eine Ausbildung zur Pflegefachassistentin bzw. zum Pflegefachassistenten vor. Voraussetzung ist ein Deutschniveau ab A2 und Interesse am Berufsfeld Pflege. 300 Unterrichtseinheiten umfasst das kostenfreie Kursangebot: 200 davon widmen sich der allgemeinen Sprachförderung, 100 der berufspraktischen Sprachorientierung mit Fokus auf den Pflegealltag. Montags bis freitags, täglich sechs bis sieben Stunden – intensiv, aber mit klarem Ziel. Bis September 2027 sind insgesamt vier Kurse geplant. „Wenn erste Sprachkenntnisse vorhanden sind, ist es auch gut möglich, das fachliche Deutsch aufzunehmen", sagte Silke Kaufmann, Leiterin des Bildungs-Instituts für Pflegeberufe. Mit dem Kooperationspartner Volkshochschule Diemel-Egge-Weser (VHS) sind auch Prüfungen im Rahmen der Kurse möglich. „Die Motivation ist signifikant höher als bei den weniger zielgerichteten, reinen Sprachkursen“, freute sich Dr. Akel, Leiter der VHS.
Das Projekt ist ökumenisch getragen: Das Erzbistum Paderborn fördert es über seinen Flüchtlingsfonds mit 40.000 Euro. Ideelle Unterstützung bekommt das Projekt zudem von der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist, der Caritas-Koordinatorin im Kreis Höxter und durch den Sozialdienst katholischer Frauen. Denn hinter dem Projekt steckt mehr als Sprachunterricht: Es verbindet individuelle Biografien mit gesellschaftlichem Bedarf – in einer Region, in der Pflegefachkräfte dringend gebraucht werden.
Foto: EFHiW