Warburg (red). Die Hansestadt Warburg hat den offiziellen Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Detmold für das LEADER-Projekt „Zukunftsraum Diemelaue Warburg“ erhalten. Damit fällt der Startschuss für die Entwicklung eines umfassenden Konzepts, das die Zukunft der Diemelaue langfristig gestalten soll.
Nutzung, Schutz und Entwicklung im Einklang
Ziel des Projekts ist die Erarbeitung eines integrierten Entwicklungskonzepts, das konkrete Maßnahmen für eine vielfältige, naturverträgliche, klimaangepasste und sozial inklusive Nutzung des Landschaftsraums definiert. Dabei steht im Mittelpunkt, die Diemelaue als wertvollen Natur- und Erholungsraum zu sichern und gleichzeitig behutsam weiterzuentwickeln.
Bürgermeister Tobias Scherf betont die besondere Bedeutung des Gebiets: Die Diemelaue verbinde bereits heute Naherholung, Radtourismus und Naturschutz auf vorbildliche Weise. Mit dem neuen Projekt werde nun eine wichtige Grundlage geschaffen, um diese Qualitäten langfristig zu erhalten und gezielt auszubauen.
Vielfältige Themen im Fokus
Im Rahmen der Konzeptentwicklung werden zahlreiche Aspekte untersucht. Dazu zählt unter anderem die Frage, wie die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Gäste weiter verbessert werden kann. Ebenso werden Möglichkeiten für Veranstaltungen, temporäre Nutzungen und gastronomische Angebote geprüft – auch mit Blick auf den Hansetag 2036, wobei Natur- und Hochwasserschutz stets berücksichtigt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der touristischen Entwicklung, insbesondere im Zusammenhang mit dem Diemelradweg. Hier geht es um die Verbesserung von Anbindung, Orientierung und Aufenthaltsangeboten. Gleichzeitig werden ökologische Fragestellungen sowie Maßnahmen zum Hochwasserschutz betrachtet, um Nutzung und Naturschutz sinnvoll miteinander zu verbinden. Auch die Erreichbarkeit und eine möglichst barrierearme Zugänglichkeit der Diemelufer spielen eine wichtige Rolle.
Förderung durch LEADER-Programm
Das Projekt ist für den Zeitraum vom 23. September 2025 bis zum 31. Juli 2027 angelegt. In dieser Zeit soll das Konzept erarbeitet, abgestimmt und abschließend dokumentiert werden.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 59.900 Euro. Davon werden etwa 70 Prozent – rund 41.900 Euro – über das LEADER-Programm aus Mitteln der Europäischen Union (ELER) gefördert. Der Eigenanteil der Hansestadt Warburg beträgt knapp 18.000 Euro.
Lia Potthast und Franziska Tegetmeier vom Regionalmanagement der LEADER-Region Kulturland Kreis Höxter unterstreichen die Zielsetzung des Förderprogramms: Unterstützt würden insbesondere Projekte, die die Lebensqualität im ländlichen Raum stärken, nachhaltige Entwicklungen anstoßen und die regionale Wirtschaft fördern. Das Projekt in Warburg greife genau diesen Ansatz auf, indem es Natur, Nutzung und Entwicklung miteinander verknüpfe.
Chance für Stadtentwicklung und Tourismus
Auch innerhalb der Stadtverwaltung wird das Projekt als wichtige Chance gesehen. Wirtschaftsförderer Sören Spönlein hebt hervor, dass mit dem Vorhaben eine fundierte Grundlage geschaffen werde, um die unterschiedlichen Anforderungen an die Diemelaue in Einklang zu bringen – nicht zuletzt im Hinblick auf den Hansetag 2036.
Touristiker Lucas Lambracht ergänzt, dass sowohl die Bedürfnisse der Warburger Bevölkerung als auch die Erwartungen von Gästen und Radreisenden berücksichtigt werden sollen, insbesondere derjenigen, die auf dem Diemelradweg unterwegs sind.
Beteiligung der Öffentlichkeit geplant
Nach dem Erhalt des Förderbescheids wurde bereits die Ausschreibung für ein externes Fachbüro durchgeführt. Das Projekt befindet sich aktuell in der Vergabephase, sodass die Beauftragung zeitnah erfolgen kann.
Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens ist die Einbindung der Öffentlichkeit. Geplant sind verschiedene Beteiligungsformate, bei denen Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Gastronomiebetriebe, Tourismusakteure und weitere Interessierte ihre Ideen und Anregungen einbringen können.
Blick in die Zukunft
Mit dem Projekt „Zukunftsraum Diemelaue Warburg“ setzt die Hansestadt ein klares Zeichen für eine nachhaltige und strategische Entwicklung. Das entstehende Konzept soll künftig als Grundlage für politische Entscheidungen, Förderanträge und konkrete Umsetzungsprojekte dienen – und damit die Entwicklung der Diemelaue langfristig prägen.
Foto: Stadt Warburg